Veranstaltungen, die für die Mitglieder der Evangelischen Kulturvereinigung Oberhausen e.V. von Interesse sein könnten

An dieser Stelle informieren wir über kulturelle Veranstaltungen anderer Veranstalter, die von Interesse sind.

Ausstellungstipps:

Herzenssache. Wilhelm Busch malt

Ausstellung im museum schloss moyland bis 24. Februar 2020

Ende 2014/Anfang 2015 konnte man Wilhelm Busch in der Ausstellung „Streich auf Streich. 150 Jahre deutschsprachige Comics seit Max und Moritz“ in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen begegnen. Ab dem 13. Oktober 2019 sind nun Werke von Wilhelm Busch im museum schloss moyland zu sehen. Busch, der uns in erster Linie als Schöpfer humoristischer Bildergeschichten bekannt ist (siehe auch die aktuelle Ausstellung in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen „Struwwelpeter- Zappelphilipp, Paulinchen und Hans Guck-in-die-Luft“), wird in der Ausstellung mit seinem noch zu entdeckenden malerischen Oeuvre präsentiert. In seiner Malerei ist Busch beeinflusst von der holländischen und flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Auch wenn seine Inspirationsquelle in der Vergangenheit liegt, so weisen seine ungestüme Malweise und ungewöhnliche Farbkontraste in die Zukunft der modernen Malerei.

Zusätzlich zu den Gemälden von Busch werden niederländische Radierungen aus den Jahren um 1900 gezeigt.

Die Ausstellung „Herzenssache – Wilhelm Busch malt“ ist eine Kooperation mit dem Museum Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur & Zeichenkunst in Hannover und dem Ernst Barlach Haus in Hamburg.

Weitere Informationen: https://www.moyland.de/ausstellungen/wilhelm-busch.html

 

Adrián Villar Rojas: „Poems for earthlings“

in der Oudekerk in Amsterdam bis 26. April 2020

In den meisten Kirchen ist Kunst zu Hause. Sakrale Kunst, die liturgischen Zwecken dient, die theologische Aussagen transportiert und illustriert. Zeitgenössische Kunst hingegen ist nun zusätzlich in die Oude Kerk, der ältesten Kirche in Amsterdam und bis heute auch Gotteshaus, eingezogen. Bis zum 26. April 2020 ist dort eine Installation des zeitgenössischen argentinischen Künstlers Ardián Villar Rojas (geb. 1980) zu sehen. Der Titel der Installation lautet „Poems for earthlings“ (Gedichte für die Erdbewohner). Es geht um das Erbe der Menschheit. Das passt, denn die Oude Kerk ist auch Begräbnisstätte vieler niederländischer Berühmtheiten, auch bei uns bekannt sein dürften u. a. der Komponist und Organist Peterszoon Sweelink (1562 – 1621) und Rembrandts Frau Saskia (ca. 1612 – 1642). Die verdunkelte Kirche wird von riesigen Kandelabern geheimnisvoll erleuchtet, Klanginstallationen bringen Vogelgesang, Regenrauschen und Stimmen (u. a. die Stimme von Martin Luther King) zu Gehör. Beeindruckend auch die riesigen Sandsäcke, die daran erinnern sollen, dass das Erbe der Menschheit schutzbedürftig ist; in Kriegszeiten schützte man Kunstgegenstände mit Sandsäcken vor Zerstörung.

Die Ausstellung ist täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr zu sehen, sonntags wegen der Gottesdienste allerdings erst ab 13.00 Uhr.

Nähere Informationen: https://oudekerk.nl/en/programma/adrian-villar-rojas/

 

Heilige und Asketen – Miniaturmalerei der Jaina aus Indien

im Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt in Köln

Bis zum 16. Februar 2020 sind im Rautenstrauch Jost Museum in Köln Miniaturmalereien der Jaina aus Indien zu sehen. Die Jaina sind eine in der westlichen Welt relativ unbekannte Glaubensgemeinschaft. Sie vermeiden alles was anderen Lebewesen, Menschen, Tieren und Pflanzen, schadet und ernähren sich vegan. Damit sind sie vielen Menschen heute sehr nah. Ihre kosmologischen Vorstellungen und ihr moralisches Verhalten haben die Jaina in kostbaren Manuskripten festgehalten. Die gezeigten Manuskriptblätter enthalten die kosmologischen und moralischen Vorstellungen der Jaina, stammen aus der Zeit zwischen 1375 und 1620, die Miniaturen sind mit Lapislazuli und Gold ausgemalt. Im religiösen Leben der Jaina spielen diese Manuskripte eine wichtige Rolle, vergleichbar mit den kostbaren illustrierten Handschriften des Christentums aus der Zeit vor der Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg.

Nähere Informationen unter: https://museenkoeln.de/portal/Heilige-und-Asketen-Miniaturmalerei-der-Jaina-aus-Indien

 

Angelika Kauffmann. Künstlerin, Powerfrau, Influencerin (ab 30.1.)

im Kunstpalast Düsseldorf vom 30. Januar bis 24. Mai 2020

Unter dem Titel „Verrückt nach Angelika Kauffmann“ sind noch bis zum 24. Mai 2020 etwa einhundert Gemälde, Grafiken und Skulpturen der Künstlerin zu sehen. Viele Kunstwerke sind erstmals öffentlich ausgestellt. Die Künstlerin, mit vollem Namen Maria Anna Angelica Catharina, lebte von 1741 bis 1807 und war die angesagte Künstlerin des Klassizismus. Der Vater, ein Schweizer Kirchenmaler, erkannte früh Angelikas Talent und förderte sie und sorgte für eine allumfassende Bildung. Neben ihrer Muttersprache Deutsch beherrschte sie auch Italienisch, Französisch, Englisch. Als Wunderkind unternahm sie mit ihrem Vater zahlreiche Studienreisen. Später lebte sie jahrelang in London und in Italien. Auch als Ehefrau blieb sie weiterhin als Porträtmalerin tätig und wandte sich sogar der „männlichen“ Domäne der Historienmalerei zu. Angelika Kauffmann war äußerst produktiv und geschäftstüchtig, sie konnte von ihrer Arbeit sehr gut leben. Damit war sie in ihrer Zeit eine Ausnahme-frau, ja, sie war gefragt, man war verrückt nach ihr. Sogar Goethe bescheinigte ihr Talent (von Genie sprach er allerdings nicht, das war wohl doch Männersache).
Im Laufe der Zeit wurde die Kunst des Klassizismus durch neue Strömungen verdrängt. Hinzu kam, dass eine männlich dominierte Kunstwelt Kauffmanns Werke zunehmend als „weiblich“ abtat. Die Künstlerin und ihr Werk gerieten nie vollständig in Vergessenheit. Die Ausstellung in Düsseldorf bietet nun einem neuen Publikum die Möglichkeit, diese außergewöhnliche Künstlerin und ihr Werk neu zu entdecken. Übrigens, kann man dies in Düsseldorf bereits zum zweiten Mal tun. Bereits 1998/99 gab es eine große Kauffmann-Retrospektive im Kunstmuseum Düsseldorf, so hieß der Kunstpalast damals.

Informationen unter: https://www.kunstpalast.de/de/museum/ausstellung/ausblick/angelika-kauffmann-Ausstellung

 

Pablo Picasso. Kriegsjahre 1939 bis 1945 (ab 15.2.)

in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20 vom 15. Februar bis 14. Juni 2020

Unter dem Titel „Pablo Picasso. Kriegsjahre 1939 bis 1945“ sind vom 15. Februar bis zum 14. Juni 2020 mehr als einhundert Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen des Künstlers zu sehen. „Die Male-rei ist nicht dazu da, um Wohnungen zu dekorieren. Sie ist eine Waffe zum Angriff und zur Verteidigung gegen den Feind.“ Dieses Zitat von Picasso stammt aus dem Jahre 1945. Wir kennen Picasso als engagierten Künstler. 1937 entstand sein berühmtes Gemälde „Guernica“, seine Anklage gegen das Bombardement der spanischen Stadt Guernica durch Nazideutschland. Ob und wie Picasso auf die Kriegszeit reagiert, zeigt nun die aktuelle Ausstellung in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Übrigens: Im Ludwigmuseum in Köln gab es 1988 bereits eine Ausstellung „Picasso im Zweiten Weltkrieg“.
Dass seine Kunst nicht nur Waffe ist, zeigen die unzähligen Nachdrucke und Plakate seine „gefälligeren“ Werke, mit denen wir Wohnungen und Geschäftsräume „dekorieren“.

Informationen unter https://www.art-in-duesseldorf.de/ausstellungen/pablo-picasso-kriegsjahre-1939-bis-1945.html